Vom Nutztier zum benützen Tier?

Leider erlebte ich immer wieder wie Lebensqualität und Gesundheit von Pferden durch Unwissenheit und Egoismus im täglichen Umgang beeinträchtigt wurden. Ein für mich schon klassisches Beispiel ist die Sportreiterin welche jeden Abend zur Futterzeit in den Stall kommt und ihr unwilliges Pferd aus der Box zerrt. Oder die von Arbeit und Terminen gestresste Businessfrau. Abends nach 21 Uhr erwartet sie immer noch freudige Mitarbeit von ihrem Vierbeiner. Magengeschwüre, Muskelprobleme mangels schlechter Durchblutung und Motivationslosigkeit sind das Ergebnis. Tierärzte, Therapeuten und Spezialtrainer müssen es dann wieder richten. Pferde werden als Nutztiere bezeichnet – oder wäre die Bezeichnung benützte Tiere heutzutage passender?

Daniela StuderPferde werden geliebt, mit teurem Equipment und menschlichem Luxus überhäuft. Dafür erwartet man (oder Frau) auch etwas von Ihnen! „Wenn ich schon eine so teure Auslaufboxe bezahle, möchte ich wenigstens einmal die Woche in den Springunterricht!“ Die Besitzerin hatte keine Probleme damit, dass die Gelenke ihres Lieblings mit Injektionen schmerzfrei gehalten wurden. Oder die ambitionierte Springreiterin die ihrem blaublütigen Athleten aufgrund eines Sehnenschadens eine Weideauszeit gönnt und mir erklärte:“ Nach drei Monaten muss der dafür wieder über 1.40m gehen!“ Meine Antwort „Ihr Pferd muss eigentlich gar nichts – ausser fressen“ löste immerhin eine gewisse Nachdenklichkeit aus.

Vielleicht ist es an der Zeit sich einmal Gedanken zu mache über eben diese Erwartungshaltung und zu versuchen Pferde als das zu sehen und zu verstehen was sie schon immer waren und immer noch sind: Faszinierende und erhaltenswerte Tiere.

Daniela Studer – Buechzelglistrasse 49 – 5436 Würenlos – info@equus-mundi.ch